Lotussamen

Lotussamen sind genauso außergewöhnlich, wie die Lotusblume und Lotuswurzel selbst. Optisch sticht der Stempel der Pflanze mit den zahlreichen, großen Samen sofort ins Auge.

Doch noch viel spannender an Lotussamen ist, dass diese so vielseitig verwendbar sind. Vor allem in Asien haben Lotussamen nicht nur einen dekorativen Zweck, sondern werden in der Küche als Lebensmittel und auch als Heilmittel aus der Natur verwendet.

Wie entsteht ein Lotussamen?

Die Lotussamen wachsen im Stempel der Lotusblume. Sobald die Blüte verblüht ist, wird dieser sichtbar und auch die kleinen Samen lassen sich rasch erkennen.

Mit dem Stempel wachsen auch die Samen, welche zuerst nur so groß wie Stecknadelköpfe sind und später auf die Größe einer Erbse heranwachsen. Ein Stempel enthält etwa 15 Lotussamen. Diese können ganz einfach herausgelöst und weiter verarbeitet werden.

Wie bringt man den Samen zum Keimen?

Wurden die Samen aus dem Stempel herausgelöst, sollten sie zuerst 24 Stunden in lauwarmes Wasser gelegt werden. Danach werden sie aus dem Wasser genommen.

Die spitz zulaufenden Enden des Samens müssen nun vorsichtig mit einem Cuttermesser eingeritzt werden. Nur eingeritzte Samen können später auch keimen und austreiben.

Nun kommen die angeritzten Samen zurück in ein Glas mit warmem Wasser. Hier muss das Wasser sauber gehalten und am besten jeden Tag gewechselt werden. Es sollte sich um kalkarmes, weiches Wasser handeln.

Die Samen quellen nun rasch auf die doppelte Größe auf. Schwimmen Samen an der Oberfläche, so handelt es sich dabei häufig um unfruchtbare Samen, welche entsorgt werden können.

Langsam werden die Samen beginnen zu keimen. Auch wenn die ersten Sprossen sichtbar sind, muss das Wasser täglich gewechselt werden. Hier gilt es, besonders vorsichtig zu sein, denn die jungen Keime sind sehr empfindlich und brechen schnell ab.

Sobald die Keimlinge eine Länge von etwa 10 cm bis 15 cm erreicht haben, können diese umgepflanzt werden. Die Samen werden in einen Pflanztopf mit Erde, Moor und Torf gesetzt.

Der Pflanztopf sollte groß genug sein und ein Fassungsvermögen von 10 bis 20 Litern haben. Der Samen selbst wird in die tonige Erde gedrückt und leicht bedeckt. Der Keim aber darf nicht bedeckt sein und soll aus der Erde herausragen.

Nun kommt der Pflanztopf ins Wasser. Er kann in eine große Schüssel oder einen großen Topf gestellt werden, darf jedoch auch jetzt schon ins Biotop oder den Teich. Das Wasser sollte eine Temperatur von mindestens 20° Celsius haben. Der Topf mit der Erde muss vollständig mit Wasser bedeckt sein. Die Keimlinge jedoch müssen aus dem Wasser herausragen.

Lotussamen kaufen

Es ist gar nicht so einfach, Lotussamen zu kaufen. Wer einen gut sortierten Asialaden um die Ecke hat, kann dort nachfragen, ob Sie auch die Samen der Lotusblume im Angebot haben.

Ich kaufe meine Samen immer online und zwar vom Typ Nelumbo nucifera, auch als Bonsai Lotus bekannt. Hier kannst du die Samen kaufen (Amazon.de, Amazonaffiliatelink). Es ist aber auch schon vorgekommen, dass diese Lotussamen ausverkauft waren. Dann habe ich mich hier mit Samen eingedeckt (Amazon.de, Amazonaffiliatelink).

Wirkung der Lotussamen

Lotussamen haben in der asiatischen Naturheilkunde einen hohen Stellenwert. Die Samen sind ein beliebtes Mittel bei sämtlichen Herzbeschwerden. Ob Herzrasen oder Bluthochdruck, hier kommen die gesunden Samen zum Einsatz.

Sie sollen helfen, die Blutfette im Körper zu regenerieren und werden gegen einen hohen Cholesterinspiegel eingenommen.

Auch als natürliches Schlafmittel dienen die Lotussamen, wie auch andere Teile dieser vielseitigen Pflanze.

Die Samen werden bei Magen- und Verdauungsprobleme eingenommen und sind bei Frauen sehr beliebt, die unter Menstruationsproblemen leiden.

Durch die enthaltenen Antioxidantien gelten die Samen auch als Anti-aging Mittel, welches massiv gegen die Zellalterung einwirken soll.

Ebenfalls sehr wichtig in der asiatischen Naturheilkunde ist die Lotuswurzel, die ebenfalls zu Tees, Aufgüssen und mehr verarbeitet wird.

Nährwerte von Lotussamen

Pro 100 Gramm weisen Lotussamen etwa 89 Kalorien auf. Diese Menge weist einen Fettgehalt von 0,5 Gramm auf und hat null Cholesterin.

Die Samen stecken voll mehrfach ungesättigter Fettsäuren und sind Lieferant für Natrium, Kalium, Magnesium und zahlreiche Vitamine.

100 Gramm Lotussamen liefern 4,1 Gramm Eiweiß und 17 Gramm Kohlenhydrate.

Lotussamenkapseln

In unseren Breiten ist es nicht so einfach an frische Lotussamen zu gelangen. Während diese in Asien auf jedem Markt erhältlich sind, werden hierzulande eher Kapseln mit Lotussamen-Extrakt angeboten.

Natürlich können Sie die Samen ihrer eigenen Lotusblume ernten und genießen. Lotussamenkapseln sind im Internet und in gut sortierten Drogerien oder Bio-Shops erhältlich.

Neben den positiven Eigenschaften, die sich auf Herz- und Kreislauf auswirken, werden Lotussamenkapseln auch zum Entwässern und bei Harnwegsinfekten verwendet.

Auch sollen die Kapseln den Appetit anregen und gegen Entzündungen wirken. Diese Kapseln werden in der heutigen Zeit zu einem immer beliebteren Nahrungsergänzungsmittel, da man auch hier erkannt hat, wie effektiv die traditionelle asiatische Naturheilkunde ist.

Es sollte jedoch vor jeder Einnahme Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.

Rezepte mit Lotussamen

In der asiatischen Küche haben Lotussamen, Wurzeln und Stiele einen fixen Platz. Wer gerne asiatisch kocht, der kann die Lotussamen als Zutat für ein schönes grünes Thai Curry verwenden.

Dazu wird einfach grüne Currypaste in einem Wok angeröstet und mit etwas Wasser und Kokosmilch aufgegossen.

Nun kommen Lotussamen und anderes Gemüse nach Belieben in den Wok. Alles wird für 8 Minuten leicht geköchelt, mit Fischsauce oder Sojasauce abgeschmeckt und mit Reis serviert. Auch die Stiele und die Wurzeln können für dieses aromatische Curry verwendet werden.

Lotussamen werden auch gerne für Süßspeisen verwendet. Dazu werden die frischen Samen über Nacht in warmes Wasser eingeweicht. Am nächsten Tag werden diese abgeseiht und in einem Topf mit 1/4 Liter Kokosmilch aufgekocht.

Für etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Danach wird die Milch mit Kokosblütenzucker und einer guten Prise Salz, sowie mit Kardamom, Zimt und Nelken nach Belieben abgeschmeckt.

Diese Kokosmilch mit Lotussamen wird nun pur gelöffelt, oder mit geschabtem Eis angerichtet. Die Kokosmilch mit Lotussamen schmeckt auch hervorragend zu Sticky Rice mit Mango.

Wenn keine frischen Lotussamen, sondern nur getrocknete Samen erhältlich sind, so müssen diese vor der Weiterverarbeitung dementsprechend länger eingeweicht werden. Die Einweichzeit ist in etwa gleichzusetzen wie mit jener von getrockneten Bohnen, Linsen oder Erbsen.

Weitere Verwendungszwecke von Lotussamen

Doch nicht nur in der Küche und der Medizin werden die Lotussamen verwendet. Lotussamen erfüllen, wie die Blüten oder auch die Scheiben der Wurzel, einen dekorativen Zweck.

In Asien werden die getrockneten Samen auf Ketten aufgefädelt. Diese dienen als Opfergabe im Tempel oder wird den Geistern in den Geisterhäusern dargebracht.

Die Ketten werden aber auch von Menschen getragen und symbolisieren Reinheit und sollen das Böse und Schlechte fernhalten.