Lotusblume

Die Lotusblume ist vor allem in Asien eine der wichtigsten Pflanzen und hat dort nicht nur dekorative Verwendung. In fernöstlichen Ländern ist die Lotusblume ein wichtiger Bestandteil der Kultur und der Religion.

Ebenso ist die Lotusblume ein bedeutendes Heilmittel aus der Natur und auch ein wichtiges und schmackhaftes Lebensmittel. In unseren Breiten freuen wir uns über die prächtigen Farben, mit welchen die Blumen Teichen und Seen überziehen.

Für Biotope und Natur Pools in den heimischen Gärten gewinnt die Blume aus Asien ebenfalls immer mehr an Bedeutung.

Die Lotusblume – Herkunft

Die Lotusblume dürfte ursprünglich aus China stammen. Sie ist jedoch in ganz Asien stark vertreten und viele Länder würden gerne den Anspruch darauf erheben, das originale und echte Heimatland dieser bedeutenden Pflanze zu sein.

Am weitesten verbreitet ist der Indische Lotus, der jedoch auch aus China abstammen dürfte. Die Bezeichnung für diese Pflanze lautet im Lateinischen Nelumbo nucifera. Im Englischen wird er auch Sacred Lotus, also heiliger Lotus genannt. Der gelbe Lotus, im Lateinischen Nelumbo lutea genannt, ist heute vor allem in Amerika beheimatet, gilt jedoch auch als Unterart des Indischen Lotus.

Lotus ist heute in allen Ländern Asiens vertreten und gehört dort zum üblichen Landschaftsbild. Der Lotus kommt jedoch auch in Teilen Russlands, in Australien, Süd-Ost-Amerika, Brasilien, Ägypten, Italien und mittlerweile noch vielen Ländern mehr vor.

Der Lotus breitet sich in vielen Ländern aus, in welchem das Klima warm ist und die Pflanze ungestört in Teichen und Seen wachsen darf.

Häufig wird die Lotusblume mit den Seerosen verwechselt oder Tigerlotos, weißer ägyptischer Lotus oder blauer Lotus als Lotusblume bezeichnet. Diese zählen jedoch zur Familie der Seerosen und sind mit den echten Lotusblumen nicht verwandt.

Botanik der Lotusblume

Bei der Lotusblume, auch als Lotos bezeichnet, handelt es sich um eine krautige Wasserpflanze. Die Pflanze bildet schildförmige Blätter aus.

Pro Pflanze gibt es stets eine Blüte mit großen Blättern und freien Fruchtblättern. Diese Blüten sind zwittrig und sie wachsen inmitten der Blätter und Nebenblätter. Bestäubt wird die Lotusblume durch Insekten.

Lotusblumen sind weiß bis rosa und die Blätter weisen einen besonderen Effekt auf. Sie sind schmutzabweisend und somit immer rein.

Daher hat diese Pflanze auch eine wichtige religiöse Bedeutung und gilt als Blume der Reinheit. In der Wissenschaft hat man sich die Beschaffenheit der Oberfläche der Lotusblume zu Nutzen gemacht. Zahlreiche Produkte mit sogenanntem Lotuseffekt gibt es bereits auf dem Markt.

Angefangen von speziell beschichteten Sanitärgegenständen und Armaturen bis hin zu Stoffen und Imprägnier-Material, Lacken, Farben und mehr, immer weist diese Bezeichnung darauf hin, dass Schmutz und Wasser an der Oberfläche abperlen sollen. Man spricht hier auch von der sogenannten Nano-Struktur.

Standort von Lotusblumen

Lotusblumen wachsen in Teichen und Seen, können jedoch auch als Zimmerpflanzen gehalten werden. Dazu müssen sie in große, mit Wasser gefüllte Töpfe gesetzt werden.

In Asien stehen vor allen Häusern diese Töpfe mit den imposanten und zauberhaften Blumen. Meist schwimmen in diesen Töpfen zusätzlich kleine Fische.

Lotusblumen mögen es warm. Sie müssen an einem sonnigen Ort eingepflanzt werden. Wer Lotusblumen im heimischen Garten haben möchte, sollte auf einen südlich gelegenen Standort achten, der nicht überschattet wird.

Auch ist es sinnvoll, wenn der Standort etwas windgeschützt ist. Die Blüten ragen an langen Stielen aus dem Wasser heraus und sind bei Sturm und Wind etwas empfindlich und können schnell abknicken.

Pflege von Lotusblumen

Wenn für einen optimalen Standort gesorgt wurde, dann ist dies auch beinahe alles, was diese Pflanze an Pflege benötigt. Lotusblumen wirken zwar sehr fragil und anspruchsvoll, sind in Wirklichkeit aber sehr anspruchslos und generell robust.

Die Pflanze benötigt nur stets ausreichend Wasser. Wird sie als Kübelpflanze kultiviert, so sollte das Gefäß einen Durchmesser von 50 cm und auch eine Höhe von 50 cm aufweisen. Werden Lotusblumen in den Gartenteich gepflanzt, sollten diese auch nicht tiefer als 50 cm gesetzt werden. Ist der Teich tiefer, so müssen die Stellen mit Steinen erhöht werden.

Düngung von Lotusblumen

Lotusblumen wachsen im Wasser. Die Wurzeln sollten in lehmige und vor allem nährstoffreiche Erde eingebettet werden. So haben die Wurzeln auch Halt und die Blumen sind fest verankert. In gut sortierten Gärtnereien gibt es auch spezielle Substrate und Dünger für Lotusblumen zu kaufen.

Dünger benötigen lediglich Lotusblumen, die als Kübelpflanze oder Topfpflanze kultiviert wird. In Seen, Sümpfen oder Teichen ist es nicht notwendig. Es reicht jedoch, wenn die Pflanzen zweimal pro Jahr gedüngt werden.

Überwinterung von Lotusblumen

Lotusblumen können im Freien überwintert werden, sofern das Wasser in welchem sie stehen, nicht vollständig zufriert. Dazu sollte es mindestens 30 cm tief sein. Sind die Pflanzen in Kübeln eingesetzt, können diese auch ins Haus oder den Wintergarten gestellt werden.

Lotusblumen müssen im Haus frostfrei überwinter werden. Der Platz zum Überwintern kann durchaus auch der Keller sein. Es muss nicht hell und auch nicht warm sein, darf lediglich nicht frieren.

Krankheiten und Schädlinge von Lotusblumen

Schädlingen fallen Lotusblumen selten zum Opfer. Häufiger kommt es vor, dass die Blumen wegen eines falschen Standortes schlecht wachsen oder welken. Man erkennt dies sofort an fauligen Blättern oder verblassenden Farben. Auch wenn sich keine Blüte bildet, kann dies ein Zeichen, dass die Pflanze zu wenig Licht erhält.

Krankheiten können auch durch zu kalkhaltiges Wasser oder durch zu tiefes Einsetzen entstehen.

Das Wasser sollte während der Blütezeit stets eine Temperatur über 20° Celsius haben. Auch sind Algen und andere Fremdpartikel regelmäßig aus dem Wasser zu entfernen.

Zudem ist es sinnvoll, den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen, wenn die Blüten verblassen und die Blätter verwelken oder verfaulen.

Bedeutung der Lotusblume als Symbol

Im Hinduismus hat die Lotusblume eine ganz besondere Bedeutung. Hier ist sie ein Symbol für Schönheit, Fruchtbarkeit, Erfolg, Spiritualität und Ewigkeit. Die Blume steht jedoch auch für Erneuerung und Neubeginn.

Die Blume symbolisiert die Reinheit des Herzens und wird eng mit der Hindu-Göttin, der Göttin des Reichtums, Maha Lakshmi, in Verbindung gebracht. Viele tragen die Lotusblume als Tattoo oder als Medaillon.

In vielen Fällen eben als Symbol für einen Neubeginn oder als Talisman für Geldangelegenheiten, Fruchtbarkeit oder ähnlichem.

Lotusblume – Bedeutung im Yoga

In vielen Yoga Studios und auch in Broschüren oder auf Webseiten der Yoga Zentren ist die Lotusblume als Symbol abgebildet. Ist dies ein Zufall, dass man sich mit der fernöstlichen Pflanze schmückt, oder was hat Yoga mit der Lotusblume zu tun?

Yoga ist eine Kombination aus Sport und Spiritualismus. Die Lotusblume hat einen sehr hohen spirituellen Stellenwert und symbolisiert im Yoga das Dritte Auge und steht für die Erleuchtung.

Das Dritte Auge ist eines unserer Chakren und befindet sich zwischen den Augenbrauen. Mit diesem unsichtbaren Auge lassen sich Weisheiten erkennen. Häufig werden mythische Figuren auch mit einer Lotusblüte zwischen den Augen dargestellt.

Lotusblume im Buddhismus

Auch im Buddhismus steht die Lotusblüte für Erleuchtung und Reinheit. Beides ist im Buddhismus als höchstes Ziel anzustreben.

Lotusblumen sind jedoch auch beliebte Opfergaben. Egal ob im Tempel oder in Geisterhäuschen, mit Lotusblumen werden den Geistern Geschenke dargebracht, welche diese milde stimmen sollen. In vielen Sak Yant Tattoos, den buddhistischen Tattoos, kommen ebenfalls immer wieder Lotusblüten als Symbole vor.

Zudem ist die Lotusblume eine der acht Kostbarkeiten und symbolisiert den Lauf der Zeit. Dabei wird das Leben der Pflanze als Ganzes gesehen. Die Pflanze durchdringt den Morast, wird stark und schön und aller Schmutz perlt an der erhabenen Pflanze ab, die dennoch nie stolz, sondern immer bescheiden wirkt.

Eine Lotuspflanze verkörpert den Buddhismus pur, denn hier geht es in erster Linie darum, von allem loszulassen.

Die Farben der Lotusblume

Die weißen Blüten stehen für geistige Reinheit. Dies symbolisiert auch die Göttlichkeit, welche dem erleuchteten Buddha gleichzusetzen ist.

Das Blau steht für Beständigkeit, Ausdauer und Weisheit. Roter Lotus symbolisiert Unschuld, Liebe und Leidenschaft, Mitgefühl und ein reines Herz.

Nutzung der Lotusblumen

Gerade in Asien wird die gesamte Pflanze verwendet und verwertet. Sie wird nicht nur im Tempel geopfert, sondern auch verkocht oder als natürliches Heilmittel verwendet. Der Stengel wird von den groben Fäden befreit und kommt in traditionelle Curries und wird auch als Wok-Gemüse verwendet. Die Stiele werden dazu in etwa 2 cm große Stücke geschnitten und mitgekocht oder angebraten.

Ist die Blüte abgeblüht, darf der Stempel noch wachsen. Im Inneren bilden sich die Samen aus, die wie Erbsen im Stempel liegen. Diese werden ebenfalls in vielen Gerichten verarbeitet.

Noch wichtiger aber in der asiatischen, traditionellen Medizin ist, dass diese Samen sehr gesund sind. Sie sollen Blutfette senken und somit das Risiko für Herzinfarkt senken. Auch der Stempel wird verarbeitet. Frisch kommt er klein geschnitten in Curries und Suppen.

Er kann auch in Scheiben geschnitten, getrocknet und als Tee zubereitet werden. Dieser Tee hat eine blutreinigende und entgiftende Wirkung.

In Myanmar, dem ehemaligen Burma, genauer gesagt am Inle See, werden Lotusblumen zu kostbarer Lotusseide verarbeitet. Die Stiele werden in mühsamer Handarbeit behandelt und die dünnen Fasern verwoben. Besonders italienische Designer lieben diese besondere und auch teure Seide aus Lotus.

Saison der Lotusblumen

In Asien und warmen Regionen haben Lotusblumen das ganze Jahr hindurch Saison. In unseren Breitengraden werden Lotusblumen zwischen März und Mai gesetzt.

Anbau

Meist werden die Lotusblumen als Rhizom, also als Wurzelstück gesetzt. Diese Stücke werden in die Erde gesteckt und der Trieb sollte dabei schräg nach oben gedreht sein.

Wichtig ist auch, dass die Lotusblume nie direkt in den Kübel oder den Teich gesetzt wird. Sie wird in Erde in eine Pflanzschale gesteckt und diese kommt danach in den Kübel oder Teich. So lässt sich auch die Höhe am besten steuern.

Aussaat

Die Samen, welche aus dem Stempel herausgelöst werden, können ebenfalls ausgesät werden. Dazu werden diese für 24 Stunden in warmes Wasser eingelegt, herausgenommen und anschließend vorsichtig mit einem Cuttermesser eingeritzt. So können die Samen rasch und unkompliziert auskeimen.

Nun wird der Samen in etwas Erde gesteckt und nur leicht bedeckt. Mitsamt der Pflanzschale kommt der Samen nun in einen Kübel oder eine große Schale mit Wasser. Bei einer Temperatur zwischen 20° Celsius und 30° Celsius muss diese nun an einen sehr hellen Ort gestellt werden.

Nach wenigen Wochen, manchmal aber erst nach einigen Monaten können sich die ersten Keime zeigen. Wichtig ist, dass die Erde immer vollständig mit Wasser bedeckt ist.

Ernte von Lotusblumen

Je nachdem welchen Nutzen die Lotusblume bringen soll, gibt es unterschiedliche Zeitpunkte für die Ernte. Wenn Sie Lotus als Opfergabe oder Schnittblume verwenden möchten, sollten diese abgeschnitten werden, bevor sie sich öffnen.

Die Stiele können jederzeit verwendet werden. Der Stempel wird geerntet, wenn er groß genug ist und sich die Samen auf die Größe einer Erbse entwickelt haben.

Schädlinge

Schädlinge gibt es so gut wie gar nicht. Krankheiten kommen meist nur durch falsche Pflege vor. Es kann auch zu Fäulnis und Schimmel kommen, wenn sich im Wasser zu viele Fremdmaterialien befinden.

Aus diesem Grund leben in Schüsseln und Kübeln mit Lotusblumen in Asien meist auch kleine Fische. Diese fressen Insekten, Larven und Algen und sorgen so für das perfekte Ökosystem.

Wasserbedarf von Lotusblumen

Es sollte sich immer genügend Wasser in den Gefäßen befinden. Die Erde, in welcher sich das Rhizom und die Wurzeln befinden darf niemals austrocknen.

Generell muss jedoch nie gegossen werden, meist reicht das natürliche Regenwasser aus. Wichtig ist, dass immer weiches Wasser verwendet wird.